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Vinyl-Abend bei Klangbild Lehner  
Die Platte erlebt einen Aufschwung
 
Dr.-Hans-Kapfinger-Straße 12 - Neue Mitte | Rubrik: Musik
Bildbeitrag vom 08.02.2017

Die Nachricht kam durchaus überraschend. Anfang diesen Jahres meldete der Verband der britischen Musikindustrie einen Höchststand an verkauften Platten in Großbritannien. Seit 1991 gingen nicht mehr so viele analoge Tonträger über die Ladentheke. 3,2 Millionen Schallplatten wurden 2016 auf der Insel verkauft, womit sich der Absatz um stolze 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhte. Diese Zahlen stehen stellvertretend für ein Vinyl-Revival, das sich auch in Deutschland bemerkbar macht. Schallplatten sind zwar immer noch eine Liebhaberei, aber mittlerweile entdecken immer mehr Leute dieses Hobby für sich.

Für Liebhaber und Interessierte

Auch Klaus Lehner, der das Klangbildhaus in der Dr.-Hans-Kapfinger-Straße betreibt, gehört zu diesen Platten-Nostalgikern. Seit zwei Jahren veranstaltet er zusammen mit Rudi Köstner einen monatlichen Vinyl-Abend, bei dem Interessierte in der Sammlung von Köstner stöbern und das ein oder andere Schmuckstück für den eigenen Plattenschrank erstehen können. Köstner arbeitet hauptberuflich im Außendienst und ist ebenfalls einer dieser Liebhaber, dem sichtlich anzumerken ist, wie gern er sein Hobby mit anderen teilt. Diese Leidenschaft zur Platte verbindet ihn mit Lehner und den anderen Besuchern des Vinyl-Abends. Viele sind Stammgäste, die jeden Monat zum Stöbern und Fachsimpeln vorbeikommen. Denn das Klangbildhaus ist für die meisten die einzige Anlaufstelle in Passau, um sich nach neuen Platten umzuschauen und Gleichgesinnte zu treffen. Das Netz bietet natürlich im Vergleich das deutlich größere Angebot, aber ersetzt eben nicht die persönliche Beratung. Diese ist vor allem für Neulinge und junge Leute wichtig, die zwar ein grundsätzliches Interesse an Vinyl haben, aber in Detailfragen auf Hilfestellung angewiesen sind. Köstner ist in diesem Fall der richtige Ansprechpartner, nimmt einzelne Bestellungen entgegen und passt seine Auswahl den Wünschen der Gäste an.

Umzug durch das Hochwasser

Bevor Lehner durch das Hochwasser gezwungenermaßen in die Dr.-Hans-Kapfinger-Straße umziehen musste, hatte er sein Geschäft im Bratfischwinkel. Schon damals vermittelte er seine Kunden, die sich bei ihm nach Plattenspielern umschauten, an Köstner, der für den Schallplattenverkauf zuständig war. Aus dieser Kooperation entwickelte sich dann die Idee für einen Vinyl-Abend im neuen Laden. Große Gewinne lassen sich dort allerdings nicht erzielen. Das weiß auch Lehner: „Man darf sich da keine Illusionen machen, im Gesamtumsatz bleibt Vinyl eine kleine Größe.“ Der studierte Elektrotechniker sieht sich hauptsächlich als derjenige, der die Räumlichkeiten für den Vinyl-Abend zur Verfügung stellt. Deswegen bezeichnet er seine Kunden auch lieber als Gäste, mit denen man in entspannter Atmosphäre ein Bier trinkt.

Der emotionale Wert von Vinyl

Analog statt digital – dieser auf den ersten Blick rückwärtsgerichtete Trend trifft bei genauerem Hinsehen doch einen gewissen Nerv. Die Leuten wollen ein Hobby, mit dem sie sich intensiv beschäftigen können, das ein Erlebnis zum Anfassen bietet und einen bewussten Umgang erfordert. Eine Platte erfüllt diese Erwartungen im Gegensatz zur digitalen Konkurrenz um Spotify und Youtube. Wer eine Plattensammlung besitzt, weiß um dessen emotionalen Wert und pflegt sie dementsprechend. Lehner verweist völlig zurecht auf den Zusammenhang zwischen einer Platte und einer bestimmten Erinnerung oder einem Lebensabschnitt. Die erste Platte in der rebellischen Coming-out-of Age Phase, die Zweite nach dem ersten Liebeskummer und so weiter. Die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Diese Nostalgie spricht natürlich eher die ältere Generation an, die mit der Schallplatte aufgewachsen sind. Deswegen freuen sich Köstner und Lehner umso mehr über die jungen Gesichter, die dieses Mal besonders stark vertreten sind. Wenn Vinyl eine Zukunft haben will, kommt es gerade auf diese neue Generation an.

 

Der Vinylabend findet jeden ersten Dienstag im Monat im Klangbildhaus statt. Beginn ist um 17 Uhr. Nähere Informationen finden Sie hier.

 

Text & Fotos: Magnus Petz

 
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