passau-live.de
Alle Beiträge
3 Flüsse
Flora & Fauna
Kunst
Menschen
Musik
Sehenswert
Szene
Uni Passau
Feste
Bildbeiträge: 1382 | Seite 1 | Seiten gesamt: 87 | Beiträge pro Seite: 16
Der Langlebenhof  
Ein Gemeinschaftsprojekt in Hacklberg
 
Alte Rieser Straße 13 - Hacklberg | Rubrik: Menschen
Bildbeitrag vom 10.11.2016

Die Apfelbeere, auch Aronia genannt, ist hierzulande ein eher unbekanntes Strauchgewächs, das ursprünglich aus Nordamerika seinen Weg nach Europa gefunden hat. Die Pflanze wird vor allem wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und der angeblichen Heilkraft, die ihr nachgesagt wird, geschätzt.  Die Aronia gilt als blutdrucksenkend und allgemein förderlich für das Immunsystem. In Bayern ist der Anbau der Apfelbeere bisher ungewöhnlich, vor allem in Sachsen und Brandenburg findet man Plantagen mit Aronia-Sträuchern. Nun hat die Beere aber schon seit sieben Jahren ein neues Zuhause in der „Fremde“ gefunden. Auf dem Langlebenhof im Stadtteil Hacklberg werden Aronia-Felder bewirtschaftet, dort auch umgehend zu Säften und Konfitüren verarbeitet und im Hofladen verkauft. Das Besondere an dem Gehöft ist aber nicht nur seine ungewöhnliche Beere, sondern vor allem das Konzept des Langlebenhofs.

Ein Ort der Gemeinschaft

Ehemals von Klosterfrauen betrieben, wurde der Hof 2009 von der Daniel Dorn-Stiftung  aufgekauft. Johann Dorn ist Vater zweier behinderter Söhne und gründete die Stiftung, um für Menschen mit Behinderung Möglichkeiten des betreuten Wohnens zu schaffen. Seine Vision für den Langlebenhof: eine Einrichtung für Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung, wo sie in familiärer und zwangloser Atmosphäre zusammenleben können. Der Plan stoß bei den Ordensschwestern auf breite Zustimmung, denn damit wurde auch ihr Wunsch, dass der Hof ein Ort der Gemeinschaft bleibt, erfüllt. Bis heute wohnen sie in unmittelbarer Nachbarschaft zum Langlebenhof und verfolgen interessiert das Geschehen innerhalb der Einrichtung, die momentan acht Bewohner im Alter von 18 bis 48 zählt.

Eine griechische Göttin als Vorbild

Als ehemaligem Bauunternehmer war Dorn aber auch die wirtschaftliche Perspektive des Hofs wichtig. Auf einer seiner Reisen traf er auf Aronia Bauern und war sofort von der Beere begeistert, sodass er ab 2009 mit dem Anlegen der ersten Plantagen auf dem Langlebenhof begann. Der Anbau erfolgt dabei nach Demeter-Richtlinien. Es wird komplett auf den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden verzichtet und die Felder werden mit homöopathischen Präparaten versorgt, die eine erhöhte Fertilität garantieren. Viktor Merklinger, Schwiegersohn von Johann Dorn und Geschäftsführer des Langlebenhofs, betont: „Demeter ist weniger eine Marke als vielmehr eine Lebenseinstellung.“

Ein eingespieltes Team

Zusammen mit Judith Bachl, die für die Heimleitung verantwortlich ist, und Patrick Buttinger, ebenfalls Schwiegersohn von Dorn und zuständig für Vertrieb und Verkauf, lenkt Merklinger die Geschicke des Langlebenhofs. Auf dem Papier ist zwar Merklinger derjenige, der sich um alle Bereiche des operativen Geschäfts kümmert, doch im Gespräch wird deutlich, dass die Arbeit auf dem Langlebenhof ein großes „Job-Sharing“- Programm ist. Jeder bringt seine Fähigkeiten da ein, wo sie gebraucht werden. In Zukunft sollen auch die behinderten Bewohner des Hofes in dieses System integriert werden und in der Produktion oder im Verkauf der Aronia-Produkte eingesetzt werden, um die Pflegeeinrichtung und den Geschäftsbereich noch enger zusammenzubringen. 

Ein Modell für die Zukunft?

Obwohl der Langlebenhof ein sehr komplexes Gebilde mit vielen unterschiedlichen Parteien, Menschen und Bereichen ist, zu dem übrigens auch ein Studentenwohnheim gehört, zeichnet er sich durch seinen übergeordneten Gemeinschaftssinn aus, ohne den das Projekt wahrscheinlich nicht funktionieren würde. Ein Modell für die Zukunft? Ja, denn man hat das Gefühl, dass hier über Jahre etwas kontinuierlich wächst und zusammenkommt, was auf den ersten Blick vielleicht nicht vereinbar schien. Der Langlebenhof zeigt, was möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Text & Fotos: Magnus Petz

 
Fotostrecke  
Kommentar zum Bildbeitrag schreiben
Name
Ihre E-Mail (wird nicht veröffentlicht)
Kommentar
Code eingeben
 
weitere Bildbeiträge aus der Kategorie
Energiesparen einfach gemacht!
Energiesparen einfach gemacht!
App Smartricity soll Bewusstsein für Stromverbrauch schärfen

Im Wintersemester 14/15 wurde Sebastian Schmidts Interesse für Nachhaltigkeit während eines BWL-Masterseminars geweckt. Damals wurde eine Studie aus dem englischen Brighton vorgestellt, in der das Bewusstsein der Menschen für ihren Energiekonsum gestärkt wurde. „Das Thema des Energiesparens war interessant, aber zuerst wollte ich es nicht weiter ...
mehr...

Krieger, Magier und Fabelwesen am Ludwigsplatz
Krieger, Magier und Fabelwesen am Ludwigsplatz
Larp-Passau e.V. auf Mitgliedersuche

Es ist zu einfach. Man muss nur den Laptop aufklappen und schon beginnt die Parallelwelt. Sei es eine Fantasy-, Musik- oder Social-Network-Welt. Alles ist virtuell von einem Metallkasten mit Strom- und Internetanschluss erreichbar. Der Verein “LARP-Passau e.V.” holt aber eine dieser Parallelwelten in die Realität und versucht dadurch vor allem Jugendliche anzusprechen. Motto: ...
mehr...

dishbee
dishbee
Essenslieferung im Stadtgebiet - schnell und umweltbewusst

Mittags, wenn das allgemeine Knurren der Bäuche wie ein Raunen durch die Stadt zieht, ist es schwierig, einen Lieferdienst zu erreichen, der in kürzester Zeit ein warmes Gericht liefert. Nicht so, wenn man sich an „dishbee“ wendet. Das neu-gegründete Startup der Wahlpassauer Johannes und Michael verspricht eine warme Mahlzeit in weniger als 4 Minuten. Wie sie das ...
mehr...

Die Büchsenmacherei
Die Büchsenmacherei
Über Waffen, Kunst im Handwerk und Klischees

Wenn man den Laden von Sebastian Kitzinger am Kirchenplatz betritt, könnte man auf den ersten Blick meinen, sich an der Tür vertan zu haben und in einem neu gestalteten KaffeeWerk zu stehen. Die wuchtige Theke aus Holz erinnert an Cafés, wie sie in Berlin oder Hamburg anzutreffen sind. Der stämmige Mann dahinter raunt dann aber kein hektisches "Dinkel- oder ...
mehr...

zur Bildbeitrag-Übersicht


Kontakt
| Impressum | Mediadaten
© 2006-2017 by grünstich
Werbeagentur grünstich aus Passau