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Willy Jaeckel – ein fast vergessener Künstler  
Besuch der Ausstellung im MMK
 
Bräugasse 17 - Altstadt | Rubrik: Sehenswertes
Bildbeitrag vom 13.12.2016

Morgens 8:50 in der Bräugasse. Das Museum Moderner Kunst schließt erst um 11 seine Türen für Besucher auf, für passau-live öffnet sich die schwere Türe schon jetzt. Mit dem Geschmack von Zahnpasta und bitterem Kaffee im Mund im dunklen Raum der Ausstellung. Für Kunst ist es wohl nie zu früh oder zu spät.

Das Licht geht an. Museumsleiterin Dr. Gabler überlässt uns nach kurzen Erläuterungen über den Künstler und die Ausstellung der morgendlichen Stille des Kreuzgratgewölbes in den Ausstellungsräumen.

Jaeckels Werke, rund 90 Arbeiten aus Familienbesitz, sind nach Schaffensperioden des Künstlers als Rundgang angeordnet. Der erste Abschnitt zeigt Landschaftsdarstellungen aus seiner Zeit im Allgäu und in Rom, mal ruhig und in Farbe - mal skizzenhaft angedeutet. Die Kamera hat mit der Belichtung zu kämpfen, wir mit dem richtigen Winkel und der Körperhaltung - Kunst ist manchmal fordernd.

Im großen Raum nebenan fühlt man sich gleich nicht mehr allein. Jaeckel, der Meister der „poetischen Sachlichkeit“ prägte durch seine Portraits das neue Frauenbild der „Roaring Twenties“. Die interessanten Gesichter und Posen regen an, man kommt ins Grübeln. Das Denken fällt leichter. Kunst ist animierend.

Die Verträumtheit lässt nach, das Tragische gewinnt dafür im nächsten Raum. Die Erlebnisse des Künstlers während des ersten Weltkriegs prägten ebenfalls sein Werk in Form eines brutalen Realismus. Kunst als Anklage der Gewalt.

Esoterik und biblische Themen zogen Jaeckel an. Als seine „künstlerische Erbschaft“ können Kaltnadelradierungen zur Bibel „Menschgott-Gott-Gottmensch“ gelten. Sie entstanden 1919-1923 in seinem Haus im Allgäu. Plötzliche Zartheit und Transparenz. Kunst kann persönliche Aufarbeitung sein.

Der „Realist mit expressivem Gemüt“ ist keiner Schule zuzuordnen. Womöglich gerade deshalb so schwer zu verstehen und interessant.

Stau auf der Fahrt ins Büro. Man kann „Last Christmas“ durch die Scheiben des Autos nebenan hören. Manchmal ist Kunst auch Flucht.

Bild&Text: afs

Die Ausstellung:
bis 05. Februar 2017
Museum Moderner Kunst
Bräugasse 17 (Eingänge Bräugasse und Donaukai)
Öffnungszeiten:
Di-So 10:00 bis 18:00 Uhr (! Bis 06. Januar: Di-So 11:00 bis 17:00 Uhr)

 
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