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Energiesparen einfach gemacht!  
App Smartricity soll Bewusstsein für Stromverbrauch schärfen
 
Ludwigsplatz 1 - Altstadt | Rubrik: Menschen
Bildbeitrag vom 24.04.2017
 

Im Wintersemester 14/15 wurde Sebastian Schmidts Interesse für Nachhaltigkeit während eines BWL-Masterseminars geweckt. Damals wurde eine Studie aus dem englischen Brighton vorgestellt, in der das Bewusstsein der Menschen für ihren Energiekonsum gestärkt wurde. „Das Thema des Energiesparens war interessant, aber zuerst wollte ich es nicht weiter verfolgen“, erzählt der heute 28-Jährige. Das war im Februar 2015. Als noch im gleichen Jahr ein Energieberater aus der Region Interesse an seiner App-Idee zeigte, wusste Schmidt, dass dieses Potenzial genutzt werden musste. Heute, ein Jahr später, besteht das Team von Smartricity bereits aus Sebastian Schmidt, Michael Hasler und Florian Bayer, die alle eine Vision haben: die Welt ein Stück weit zu verbessern.

Prototyp erscheint im Sommer 2017

Ab dem Sommer kann der Prototyp [...]

 

[...] für Geräte mit einem iOS-Betriebssystem heruntergeladen werden. Um Smartricity im Anschluss verwenden zu können, müssen zuerst Fragen zum Warmwasserverbrauch, der Haushaltsgröße und den im Haushalt lebenden Personen beantwortet werden. Außerdem ist die Angabe der Postleitzahl erforderlich, um so den Strompreis der jeweiligen Region zu ermitteln. „Uns ist dabei sehr wichtig, dass wir transparent arbeiten. Wir wollen keine Informationen des Nutzers, wie beispielsweise die GPS-Daten, abfischen“, betonen die beiden Existenzgründer. Die Anlegung eines Benutzerkontos erfolgt daher nur mit einer E-Mailadresse und der Postleitzahl. Im Anschluss geben die Nutzer die Elektrogeräte jedes Wohnungszimmer ein. Dazu wird der aufgedruckten Barcode genutzt, der sich auf jedem Gerät befinden. Dieser Code enthält verschiedene Informationen wie das Alter oder den Energieverbrauch des Geräts. Die App errechnet im Anschluss anhand dieser Angaben den verbrauchten Energiewert pro Raum und vergleicht diesen mit Durchschnittswerten des jeweiligen Wohnungsraumes. Die  App gibt sofort Rückmeldung, welche Geräte die Stromfresser sind und schlägt auch sparsamere Alternativen vor. Diese individuelle Beratung per App ermöglicht es, die Geräte effizienter zu nutzen, um so Energie zu sparen. Die Vergleichsdaten werden dabei verschiedenen Statistiken entnommen. Gleichzeitig wird dem Nutzer angezeigt, in welchem Elektrogeschäft es das effizientere Produkt zu welchem Preis zu kaufen gibt. Individuelle Ausstattungsmerkmale wie Farbe oder Größe können separat hinzugefügt werden. „Die Leute sind nicht bereit, viel Geld für Strommessgeräte zu bezahlen, wenn sie das Nutzen nicht direkt sehen“, sagt Schmidt und Kollege Hasler ergänzt: „Darum ist unsere App kostenlos!“

Unterstützung durch die Universität

Die Gründerberatung durch Stefan Jelinek sowie die Professoren Harry Haupt, Tomas Sauer und Andreas König der Passauer Universität haben die Betriebswirte bei ihrem Vorhaben unterstützt. „Besonderer Dank gilt hier Professor Haupt, der immer sehr interessiert an unserem Projekt ist und uns hilft. Die Zusammenarbeit mit ihm läuft immer super“, hebt der 25-jährige Hasler hervor. Außerdem steht das Unternehmen in Kontakt mit dem Gründungszentrum Niederbayern. Im Februar 2017 folgte ein weiterer Höhepunkt für die jungen Existenzgründer: Smartricity wurde zum Sieger des Bayerischen Business Plan Wettbewerbs „ideenReich 2017“ gekührt.

Enorme Kosten

Mittlerweile haben die beiden Unternehmer mehrere Tausend Euro in ihre Idee gesteckt. Im Februar diesen Jahres wurde der Patentantrag für ihre Idee gestellt. Die Finanzierung von Smartricity läuft momentan noch durch eigene Ersparnisse, zukünftig soll sich Smartricity über die Provisionen der Elektrogeräte finanzieren. Außerdem ist für den Herbst eine Crowdfunding-Kampagne geplant, um die App auch überregional bekannter zu machen. Doch die Unternehmensgründer hatten auch schwierige Zeiten zu bewältigen: Im letzten Wintersemester exmatrikulierten sich Hasler und Schmidt und brachen ihr Masterstudium ab. „Wir hatten immer das Gefühl, dass bei der Arbeit etwas liegen bleibt“, erklären die beiden ihre Entscheidung. „Das Projekt geht nur Fulltime“, ergänzt Schmidt. 80 bis 90 Stundenwochen seien keine Seltenheit, die Arbeit höre nie auf und dürfe nicht unterschätzt werden. Zudem muss man lernen, mit Unsicherheiten umzugehen. Was passiert beispielsweise, wenn die Einnahmen ausbleiben? „Für ein sinnvolles Projekt würden wir aber wieder den Master schmeißen“, erklären die Existenzgründer. 

Fotos: Smartricity
Text: cmi


 
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